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1748: Die Gemeinde schließt mit Orgelbauerfamilie Stumm einen Vertrag

Die evangelische Kirche in Westhofen besitzt eine besonders kostbare Orgel, die mit vielen stattlichen Häusern und Höfen heute noch Kennzeichen dieses rheinhessischen Weindorfes ist. Die Wohlhabenheit und das kulturelle Bewußtsein dieser Gemeinde war Anlass 1748 mit der angesehenen Orgelbauerfamilie Stumm einen Vertrag zur Lieferung der neuen Orgel abzuschließen.

 

 Johann Michael Stumm: handwerklich & künstlerisch herausragend

Die Orgelbauwerkstatt Stumm befand sich in Rhaunen-Sulzbach im Hunsrück. Der Begründer Johann Michael Stumm hatte nach seinen Lehr- und Wanderjahren in elsässischen, schweizerischen und deutschen Gebieten einen eigenen markanten Stil entwickelt. Seine Werke gehören handwerklich und künstlerisch zum Besten, was in der Barockzeit auf diesem Gebiet gebaut worden ist. Es sei hier nur an die Orgeln von Armsheim, Kirchheim-Bolanden und Mühlheim/Eis erinnert. Nach seinem Tod 1747 übernahmen seine Söhne das Werk. Sie trugen die gediegene Tradition fort und erreichten neue und besondere Höhepunkte im Orgelbau. Johann Phillip und Johann Heinrich Stumm bauten in der Werkstatt ihres Vaters in Sulzbach, während der zweitälteste Sohn Johann Nikolaus nach Kastellaun übersiedelte. Bei vielen großen Aufträgen arbeiteten die Brüder zusammen. Auch in den getrennten Werkstätten entstanden wertvolle Instrumente mit unverkennbarer Stumm- Qualität, die jedoch bemerkenswerte Eigenprägungen besaßen.

 

 Orgelbauer Johann Nikolaus Stumm

Die Orgel der evangelischen Kirche Westhofen stammt von Johann Nikolaus Stumm. Das Gehäuse ist mit der reichgegliederten Pfeifenfront in die Brüstung eingegliedert. Gut ausgearbeitetes Schnitzwerk umspielt die architektonische Form der Orgel. Dem prächtigen Äußeren enspricht das gute Material und die solide Handwerksarbeit im Inneren des Werkes.

 

Restauration nach 200 Jahren

So war es nach mehr als 200 Jahren in jedem Falle lohnenswert, das Instrument gründlich zu restaurieren, und etwas besseres konnte nicht angestrebt werden, als den ursprünglichen Zustand zur Zeit der Erbauung als Vorbild zu nehmen. Dabei galt es nicht nur altersbedingte Schäden zu beseitigen. Verschiedene Orgelbauer haben im Wandel der Zeiten an dem Instrument gearbeitet und haben ihre persönlichen Klangvorstellungen verwirklicht, ebenfalls wurden bewusste Veränderungen am Pfeifenwerk vorgenommen, die der jeweils vorherrschenden Tendenz entsprach.

 

 Das 19. Jahrhundert hatte ein anderes Klangideal

Vor der Restaurierung war geplant die Orgel bei der Auftragserteilung mit 15 Registern auf einem Manual und Pedal auszustatten. Die Mixtur sollte 4fach werden. Untersuchungen der Windlade, die sich nachträglich aus Eintragungen in den Pfarrakten bestätigt haben, haben gezeigt, dass die Mixtur nur 3fach gebaut wurde, dafür eine Vox Angelica 2′ Baß eingefügt wurde. Dieses Register war damals ein Novum. Vielleicht hat die Gemeinde diese Änderung der ursprünglichen Planung gewünscht, weil im gleichen Jahr und Monat die Gemeinde Osthofen mit den Brüdern Stumm den Vertrag für eine Orgel abgeschlossen hat, die diese neuen Register enthält. Das 19. Jahrhundert hatte ein anderes Klangideal und brachte für die Westhofener Orgel unter anderem die Entfernung der Zungenregister. Die Vox Angelica wurde ausgebaut, ebenso Vox Humana und Trompete. Der Posaunenbass wurde stillgelegt. Ein besonderer Verlust war die Ablieferung der schweren Zinn-Prospektpfeifen im ersten Weltkrieg.

 

Restauration in den 1970er Jahren

Die 1976 von der Orgelbaufirma Gebr. Oberlinger (Windesheim) durchgeführten Restaurierungsarbeiten hatten zum Ziel, das Instrument so originalgetreu wie möglich wieder herzustellen. Dazu mussten alle Teile repariert werden und sowohl in der technischen Anlage wie im Pfeifenwerk wieder so geordnet werden, wie es von Nikolaus Stumm geplant worden war. Die fehlende Pfeifenreihen sind wieder hinzugefügt und die Änderungen wieder rückgängig gemacht worden. Der schöne Barockprospekt ist nicht nur Fassade, sondern ist Ausdruck des dahinterstehenden Werkes. Damit hat die Gemeinde Westhofen nicht nur eine gut funktionierende Orgel wieder gewonnen, sondern gleichzeitig ein wertvolles Erbe bewahrt.

 

  

 


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